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Die Geschwister Lana und Andy Wachowski haben mit „Jupiter Ascending“ wieder ein Herzensprojekt realisiert und als aktuellen Film ins Kino gebracht. Ein Film, bei dem Meinungen auseinandergehen, oder vielleicht doch nicht.

YP: Deine Reaktion auf „Jupiter Ascending“ hat mich überrascht. Was hat dir denn am meisten missfallen? Natürlich sind das fast 200 Millionen Dollar in den Sand gesetzt, aber modernes Sci-Fi-Blockbuster-Kino funktioniert oft in Superlativen. Hop oder drop. Gut oder schlecht.

PD: Langeweile kam bei „Jupiter Ascending“ wirklich nicht auf, aber auch nur deshalb, da man ständig versucht hat zu hinterfragen warum dieses oder jenes gerade passiert oder auf der Leinwand zu sehen ist.
Das hat nichts mit guter Unterhaltung zu tun.

YP: Wieso nicht? Ich war gebannt und konnte das erstaunlicherweise gut auf mich einwirken lassen. Die Plotinkonsistenz war natürlich störend, aber es war dann zeitweise so bizarr, dass es auch lustig war. Vielleicht habe ich das Ganze nur nicht so ernst genommen, aber schlimm war es auch nicht. Dann lieber doch „Jupiter Ascending“ noch ein Mal als zum Beispiel „John Carter“, „The Lone Ranger“ oder „Prince of Persia“.

Um an dieser Stelle ganz unverschämt den geschätzten Mark Kermode zu zitieren:
„I had fun“.

PD: „John Carter“ habe ich bis heute nicht gesehen, aber den muss ich nun wohl mal nachholen.

Mein Problem mit „Jupiter Ascending“ ist in etwa dasselbe wie mit „Speed Racer“. Es ist vollgestopft mit Effekten und visuellen Spielereien, die alle für sich genommen interessant und auch lustig waren, aber als knapp zweistündiger Film war ich zunächst beinahe über die Hälfte der Laufzeit damit beschäftigt heraus zu finden, worum es eigentlich geht und als ich dann einfach aufgegeben hatte, war es mir furchtbar egal. Ich hatte bei „The Lone Ranger“ mehr Spaß.

Es ist bewundernswert wie viel die Wachowskis in ihre Filme hinein stecken, aber das war für mich einfach nur ein Haufen an unzusammenhängenden Ideen.

YP: Gerade dieses Universum, das sie hier geschaffen haben, ist mit so viel Liebe zum Detail richtig ansehnlich, auch so technisch umgesetzt. Der Film erinnerte mich auch irgendwie an die ersten 40 Minuten von „Man of Steel“ oder irgendeinen anderen Sci-Fi-Streifen („Star Trek“ von mir aus oder „Thor“), aber wird es bizarr und das war dann auch unterhaltsam. Mich hat eher das Schauspiel von Mila Kunis gestört. Entsetzt war ich von Eddie Redmaynes Bösewicht, aber dieses affektierte Getue hat wohl zur Figur gepasst.

PD: Die Herrscherfamilie Abrasax, die verschiedenen Außerirdischen, das erinnerte mich mehr an „Dune“.

Den Effekten ist viel Arbeit anzusehen und das ist ja auch schön und gut, aber die Actionsequenzen (die Jagd durch Chicago, der Zusammenbruch der Mine im Jupiter) waren teilweise so konfus geschnitten, dass ich kaum gesehen habe, was gerade passiert.

Darstellerisch liegt hier auch viel im Argen, vor allem bei Eddie Redmayne. Das war grauenvoll und in solch einer Situation reagiere ich dann emotional. Selbst wenn die Figur im Drehbuch so angelegt war, dann spricht das dennoch nicht für Redmayne als Darsteller, das so herunter zu spielen. Mila Kunis wieder hat all die Umwälzungen in ihrem Leben mit einer derartigen Gelassenheit hingenommen, dass ich mir sicher war, dass es sie gar nicht interessiert.

Unfreiwillig komisch fand ich wieder die Liebesgeschichte zwischen Caine (den Channing Tatum passabel spielte) und Jupiter. Da wird innerhalb eines Dialogs das Thema gewechselt und eine unsterbliche Liebe etabliert. Das war einfach nur komisch. Schön jedoch zu sehen, dass die Wachowskis eine Realversion von „Das Haus das Verrückte macht“ aus „Asterix erobert Rom“ geschaffen haben.

YP: Es gibt schlechtere Filme, für mich ist „Jupiter Ascending“ bestimmt kein Kanditat für diese Kategorie, er bewegt sich in einigen Belangen am Rande zu dieser Kategorie, aber nicht inmitten. Unterhalten war ich auf jeden Fall, allerdings wurde mir hier auch kein visuelles Meisterwerk präsentiert. Wobei der Film auf der visuellen Schiene am effektivsten ist.

PS: Als Lesetipp sei noch der Blogeintrag „Die Missverstandenen“ von Alexander Matzkeit angeführt.

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